Wir vermessen unser Grundstück

16. Januar 2016 hausbau 0
Wir vermessen unser Grundstück

Mit dem Vertrauen ist das so eine Sache. Man kann beispielsweise darauf vertrauen, dass ein Verkäufer eines Grundstückes korrekte Angaben macht und die Grenzsteine vorhanden sind und korrekt stehen.

Da wir aber zum Einen noch nie ein Grundstück gekauft haben (wann macht man das schon mal?) und zum Zweiten mit dem Verkäufer auch noch keine „Geschäfte“ gemacht haben, halten wir uns lieber an das alte Sprichwort: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“

Glücklicherweise haben wir einen super Vermesser, den S., in unserem Freundeskreis. Deshalb haben wir vor der Vertragsunterzeichnung uns das Grundstück näher angesehen und vermessen. Der Kaufvertrag soll nächste Woche unterschrieben werden.

Allzu einfach war das aber nicht. Zu dem Grundstück führt ja keine Straße. Wir standen also an einer riesigen Wiese. Nirgends ein Grenzstein zu sehen. Wir hatten lediglich ein Auszug vom Liegenschaftsamt.

Mit einem 50 Meter langen Maßband geht es um einiges leichter, die Grenzsteine zu finden.

Es ist auch wichtig zu wissen, ob die Grenzsteine überhaupt vorhanden sind. Sollte sich nach dem Kauf herausstellen, dass ein oder mehrere Steine fehlen, müssen wir die Kosten dafür tragen, dass neue Grenzsteine gesetzt werden. Die Kosten wollen wir uns ersparen.

Dann machten wir uns also daran, Grenzsteine zu suchen. Das hatte was von Ostern. Angefangen haben wir an der vorhandenen Straße, wovon unsere mal abgehen wird. Da fanden wir den Ersten unserer Straße. Jetzt konnten wir mit unserem neu erworbenen 50 Meter Bandmaß die ungefähre Länge bis zum nächsten Grenzstein ermitteln, was den Suchradius sehr eingrenzte. Als wir dann den ersten Grenzstein unseres Grundstückes gefunden hatten, war es leicht, die anderen drei zu finden. Schließlich kannten wir die genauen Seitenlängen.

Ein Grenzstein machte uns dennoch etwas zu schaffen. Trotz der bekannten Maße, war an der Stelle keiner zu sehen. Wir dachten schon, dass er fehlen würde. Aber zum Glück hatten wir einen Profi an unserer Seite. Seiner Erfahrung nach, sind Grenzsteine auch gern mal unter der Erde versteckt. So machten wir uns mit einen Spaten auf die Suche.

Wir haben einen Grenzstein gefunden
Wir haben einen Grenzstein gefunden

Wie man auf dem Bild sehen kann, war der Grenzstein gut mit Erde bedeckt. An dem roten Strich auf dem Gras (linker oberer Bildschirmrand) kann man sehen, wie weit der Stein von der vermuteten Stelle doch noch weg war.

Damit wir die Grenzsteine leichter wiederfinden können, hat S. an jedem einen roten Pflock eingeschlagen.

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Mit seiner Technik machte sich dann S. an die Arbeit um unser Grundstück zu vermessen. Er hat dabei nicht nur die Position der Grenzsteine gemessen, sondern mehrere Punkte auf und neben dem Grundstück. Mit dem so entstandenen Netz können wir später ein Höhenprofil des Grundstückes erstellen. Das ist sehr nützlich um die Lage des Hauses besser einschätzen zu können. Wir wissen dann, wie viel Gelände wir angleichen müssen, damit das Haus auf einem soliden Fuß stehen kann.

An dieser Stelle möchten wir uns für die schnelle und tolle Unterstützung trotz Wochenende bei unserem Vermesser S. bedanken. Vielen Dank!

Nach der Auswertung der Daten wissen wir jetzt, dass die Position der Grenzsteine mit unseren Plänen übereinstimmen und die Grundstücksgröße bzw. -lage korrekt angegeben wurde. Zudem haben wir erfahren, dass zwischen dem höchsten und niedrigsten Punkt unseres Grundstückes ein Höhenunterschied von ca. 1,5 Metern besteht. Mit bloßem Auge haben wir einen solch großen Unterschied nicht erkennen können. Da muss das Tiefbauunternehmen ordentlich Material einbringen. Die zusätzlichen Kosten müssen wir nun mit in unser Budget einplanen. Das wird nicht billig. Zudem wird an mindestens einer Seite eine Stützmauer notwendig.


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